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SüdWestStrom und das Kraftwerk in Brunsbüttel

Für den Bau des Kohlekraftwerks in Brunsbüttel wurde 2005 die SWS StadtKraftwerk Brunsbüttel GmbH & Co. KG gegründet. Daran sind aktuell rund 70 Energieversorgungsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt, insbesondere auch viele Stadtwerke. Obwohl die meisten Beteiligten aus Bayern und Baden-Württemberg kommen, soll das Kohlekraftwerk im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel gebaut werden. Die StadtKraftWerk Brunsbüttel GmbH & ist eine Tochtergesellschaft der SüdWestStrom Kraftwerk GmbH, die ihren Sitz in Tübingen hat.

Das Kraftwerk Brunsbüttel von SWS ist mit Abstand die größte CO2-Schleuder unter den Steinkohlekraftwerken, die sich derzeit in Planung oder im Bau befinden. Satte 10,1 Millionen Tonnen CO2würde der riesige Doppelblock jährlich ausstoßen. Die dafür nötige Steinkohle soll zu großen Teilen aus Kolumbien importiert werden, wo sie unter Menschenrechtsverletzungen abgebaut wird. Für die Kühlung des Kraftwerks werden pro Sekunde 67.000 Liter Wasser aus der Elbe gesogen. Trotz „Fischschutzkonzepten“ sterben dabei jährlich 10-30t Fisch. Damit wäre das Kraftwerk der größte „Elbfischer“. Auch vor besonders geschützten Arten macht es nicht halt.

Ursprünglich hatte der spanische Großkonzern Iberdrola einen Kraftwerksblock übernehmen wollen, aber er zog sich im Sommer 2008 aus dem Projekt zurück. Seitdem betont SWS-Geschäftsführerin Bettina Morlok momentan zu jeder Gelegenheit, dass das Projekt nicht gefährdet sei und weiterhin viele neue Partner gewonnen werden würden. Zugleich mehren sich aber auch die Anzeichen, dass SWS erhebliche Schwierigkeiten hat, ausreichend Partner zu finden, die Strom abnehmen wollen. Auch die Finanzierung ist noch nicht gesichert. SWS steht nach eigenen Angaben mit einem Bankenkonsortium wegen der Finanzierung des 3 Milliarden Euro teuren Projekts in Verhandlungen.

Bisher gibt es von den Stadtwerken unter SWS nur die Entscheidung, gemeinsam das Kraftwerk zu PLANEN. Sobald die erste Teilgenehmigung der Behörden aus Schleswig Holstein vorliegt, wollen sie beschließen, das Kraftwerk zu BAUEN („Baubeschluss“).

Im Juli hat SWS den zurzeit im Bau befindlichen Offshore-Windpark "Bard Offshore 1" erworben. An den Plänen zum KKW Brunsbüttel hält SWS jedoch weiterhin fest.

Offenbar setzt auch bei SWS langsam die Erkenntnis durch, dass den Erneuerbaren Energien die Zukunft gehört. Jetzt sollen sie auch das anachronistische Kohle-Projekt aufgeben und ganz auf den Strom der Zeit wechseln!


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