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Klimapiraten entern Staatskanzlei

Schwerin, 20. – 22. September: Nach Aufsehen erregenden Aktionen in der Hansestadt Greifswald trugen „Die Klimapiraten“ ihren Protest gegen das Steinkohlekraftwerk Lubmin am Greifswalder Bodden weiter nach Schwerin.

In Kooperation mit Partnern aus der Allianz „Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin“ – bestehend aus dem BUND Mecklenburg-Vorpommern und der Bürgerinitiative „Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin“ aus Greifswald – fand vom 20.09. bis 22.09. in der Landeshauptstadt ein atemberaubendes Aktions- und Protestprogramm statt. Nächtliche Vorbereitungen unter freiem Himmel, Medienpräsenz, Nahkontakt mit führenden Politikern und wilde Aktionen – es war alles dabei, was das Piratenherz begehrt.

Von Sonntagabend bis Dienstagmorgen hielten wir eine 40-stündige Mahnwache unter freiem Himmel am Alten Garten in Schwerin ab. Mit Informationsangeboten und Aktionen machten wir auf die Problematik des geplanten Kohlekraftwerks in Lubmin und die dramatischen Konsequenzen eines ungebremsten Klimawandels aufmerksam.

Montag, 12 Uhr:
Der Aktionstag begann mit Straßentheater zu Land und zu Wasser vor der Kulisse des Schweriner Schlosses: Mit einem „Wake Up Call“ rüttelten KlimapiratInnen die mit Masken dargestellten schlafenden Spitzenpolitiker Merkel, Steinmeier und Sellering wach und forderten sie unmissverständlich zu sofortigem Klimaschutz auf.

Montag, kurz nach 13 Uhr:
Gerade noch rechtzeitig für die Kameras des ZDF näherten sich zwei Flöße dem Schweriner Schloss – das eine als Kohlefabrik dekoriert unter dem Motto „Dumm wie Kohle“, das andere prall beladen mit Erneuerbaren Energien und dem Slogan „Clever ins Klimaparadies“. Die Spitzenpolitiker Merkel, Steinmeier und Sellering entschieden sich zunächst für eine Fahrt auf dem Kohlefloß, ließen sich jedoch von den KlimapiratInnen für einen symbolischen Wechsel auf das erneuerbare Floß gewinnen. Erneuerbare Energien stechen Kohle aus und die Politik beginnt zu verstehen, wo die Reise hingehen muss!

Montag, 15.45 Uhr:
Höhepunkt des Aktionsmarathons war eine Kundgebung vor der Staatskanzlei von Ministerpräsident Sellering (SPD). Unser Anliegen: Sellering zur Abkehr vom Bau des Kohlekraftwerks in Lubmin zu bewegen! Umringt von KlimapiratInnen und zahlreichen Vertretern der Medien betonte Sellering in dem zwanzigminütigen Gespräch vor der Staatskanzlei mehrfach, dass er persönlich das Kraftwerk nicht wünsche und wie Bundesumweltminister Sigmar Gabriel den Standort Lubmin für hochproblematisch erachte.

Dennoch versteckte sich Sellering hinter dem bürokratischen Genehmigungsverfahren, dessen Ergebnis man abwarten und hinnehmen müsse. Die Klimapiraten machten deutlich, dass ein Kohlekraftwerk angesichts eines verheerenden Klimawandels und den negativen lokalen Auswirkungen auf Tourismus, Gesundheit und Natur massiv das öffentliche Interesse verletzt. „Wir erwarten von Herrn Sellering, dass er das öffentliche Interesse ernst nimmt und sich zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger gegen den Kraftwerksbau und für die Ansiedlung Erneuerbarer Energien in Mecklenburg-Vorpommern einsetzt“, sagte Johannes Krause.

Montag: 18 Uhr:
Zum Abschluss des Aktionstages enterten die Klimapiraten die Wahlkampfveranstaltung von Franz Müntefering (SPD). Mit Bannern und Rufen wollten wir ihn zu einer Stellungnahme zum Kohlekraftwerk Lubmin bewegen. Die Stellungnahme kam, war aber für die Klimapiraten nicht zufriedenstellend. Müntefering hält Kohlekraft made in Germany für fortschrittliche Technologie, die internationales Vorbild und Exportschlager sein soll. Nach der Veranstaltung konnten die Klimapiraten Henrike Wegener und David Wagner Müntefering unsere Forderungen in einem persönlichen Gespräch erläutern und eine Verabredung für ein ausführlicheres Treffen vereinbaren.


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