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Kohlekraft in Deutschland

Obwohl wir unsere CO2-Emissionen drastisch reduzieren müssen und die Bundesregierung dies zu ihrem erklärten Ziel gemacht hat, werden in Deutschland gerade 29 neue Kohlekraftwerke geplant oder bereits gebaut! Wenn dies geschieht, werden die notwendigen Klimaschutz-Ziele nicht erreicht. Der Neubau von Kohlekraftwerken zementiert eine rückwärtsgerichtete Dinosaurier-Technologie für weitere 40 bis 50 Jahre. Träge Grundlastkraftwerke wie zum Beispiel das Steinkohlekraftwerk in Lubmin blockieren den dringend notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien und verhindern die Energiewende.

Mit Erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne gibt es saubere Alternativen. Diese können dezentral von kleinen Betreibern erzeugt werden und schaffen eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze. Großkraftwerke hingegen werden von Konzernen betrieben und schaffen wenige Jobs. CO2-Emissionen und die Folgen des Klimawandels belasten die Volkswirtschaft massiv. Durch neue Kohlekraftwerke schaffen wir uns heute Probleme, die uns morgen teuer zu stehen kommen.

Die Erneuerbaren Energien haben bisher immer die Prognosen und Erwartungen übertroffen. Inzwischen werden 15% des Stromes in Deutschland regenerativ erzeugt. 2020 sollen es laut Erneuerbare Energien Gesetz mindestens 30% sein, die Branche selber spricht davon dass sie 2020 fast die Hälfte unserer elektrischen Energie mit Strom aus Sonne, Wind, Biomasse, Wasser und Erdwärme erzeugen kann.

Auch die Struktur der Energieversorgung ändert sich: Der fossile Rest muss dem schwankend eingespeisten Strom angepasst werden. Für die nötige Restenergie brauchen wir weder träge und gefährliche Kernkraftwerke noch ebenso träge neue Kohlekraftwerke. Stattdessen ist es höchste Zeit, verstärkt in flexible Ausgleichskraftwerke, Speicher, regenerative Kombikraftwerke, Lastverschiebung und intelligente Netze zu investieren, um die gegenwärtigen Hindernisse auf dem Weg zu 100% Erneuerbare Energien abzubauen.

Jedes neue Kraftwerk erhöht die Überproduktion an Strom in Deutschland. Seit 2000 exportiert Deutschland immer mehr Strom. Die sogenannte „Stromlücke“ entpuppt sich immer mehr als Märchen – während inzwischen diskutiert wird, wohin der überschüssige Strom exportiert werden kann.

Das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin wäre mit 10 Mio. Tonnen CO2 ein Klimakiller der Extraklasse. Durch das Kraftwerk würden sich die CO2-Emissionen Mecklenburg Vorpommerns auf einen Schlag verdoppeln. Der Wirkungsgrad beträgt gerade mal 47 Prozent – was nichts anderes bedeutet, als das jede zweite angelandete Kohleladung nur dazu dient, den Greifswalder Bodden aufzuheizen. Problematisch ist ebenfalls, dass Kraftwerke wie Lubmin im Norden Deutschlands direkt mit der Offshore Windkraft um die begrenzten Stromnetze konkurrieren. Auch in Lubmin soll demnächst Offshore Windenergie ins Netz eingespeist werden, doch genau dort plant der dänische Energiekonzern DONG Energy ein großen Steinkohlekraftwerk.

Mit Kohlekraft setzen wir den Weg in einen katastrophalen Klimawandel fort. Kohlekraft in Deutschland verhindert den Ausbau der Erneuerbaren Energien - darum wollen die Klimapiraten mithelfen, dass Kohlekraftwerk in Lubmin zu verhindern.
 

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