Vorhut der Klimapiraten bereits auf der COP15

Ahoi KlimapiratInnen auf den Meeren und zu Land.

Seit Sonntag ist der erste Klimapirat (icke) in Kopenhagen mittendrin statt nur dabei. Die Schiffe nähern sich und entern morgen die Stadt. Hier einige updates von den ersten beiden Verhandlungstagen auf der COP15.

Seit Montag läuft sie wieder, die gigantische Verhandlungsmaschine, die 15. Conference of Parties der United Nations Climate Work Convention in Climate Change, und es wird diskutiert über LULUCF, hot air, REDD, AWG-KP und AWG-LCA, offsetting und wie sie alle heißen. Die Klimamaschinerie läuft auf Hochtouren - und Fanta 4 hätten ihre ware Freude und genug Material für ein ganzes Album.

30.000 Leute haben sich für die COP15 registriert: COP15, das ist 10.000 mal Regierungsdelegation, dazu 5.000 mal Schreiberlinge, Mikrohalter und Bildmacherinnen, und oben drauf noch mal locker 15.000 mal NGO-Observer, Wissenschaftler und Businesslobbyisten. 

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Einen wirklichen Überblick über die Verhandlungen zu bekommen ist nahezu unmöglich, aber die ersten Eindrücke verdichten das Bild der vergangenen Woche: die Industrieländern haben (noch) nicht wirklich vor, Kopenhagen zu einem echten Durchbruch und Wendepunkt zu machen. Ein guter Anhaltspunkt sind die 'Fossil of the Day Awards', die täglich für die größten Blockierer vergeben werden. Gestern auf Platz 3: Kanada, dessen Premier zu Protokoll gab, man werde sich" von dem Kopenhagen Hype nicht umstimmen lassen". Heute auf Platz 1 die Ukraine, die zwar ankündigt, ihre Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren - was gegenüber dem Stand heute eine Steigerung von 75% sind. Und Saudi-Arabien stellt den Zusammenhang zwischen menschlichen Aktivitäten und Klimawandel in Frage.

Besonders heftige Reaktionen verursacht hat die ungewollte Veröffentlichung eines Textes für ein "Copenhagen-Agreement", den Dänemark, die USA und England heimlich und an den eigentlichen UN-Verhandlungen vorbei erarbeitet haben. Text und Artikel im Guardian sehr lesenswert: 

Copenhagen climate summit in disarray after 'Danish text' leak (The Guardian, 8. Dec 2009)

Aber manches macht auch Mut: in der EU lassen sich leichte Bewegungen in Richtung 30% Reduktion erkennen, hier kann weiterer Druck helfen. Und gerade kommt die Nachricht rein, dass afrikanische NGOs gerade unangemeldet und wütend im Konferenzzentrum protestiert haben, laut und mit viel Medienpräsenz. Gut so, und mehr so!

Am Horizont taucht langsam das Wochenende auf, die großen Proteste, auch das ist gut so. Noch ist das hier alles ein paar Nummern zu sehr business as usual, aber das wird anders werden mit dem Wochenende, mit mehr Aktionen drinnen und draußen, mit Klimapiraten, Reclaim Power und den zehntausenden von Menschen, die sich hier für Klimagerechtigkeit und eine echten Wendepunkt einsetzen werden.

Morgen Nachmittag ich dann mit Piratenfahne am Hafen und auf die Klimapiraten wartend.

Volle Möhre voraus!

David

 

 

 

Super Bericht, Danke!

Super Bericht, Danke!

Vielen Dank!

Vielen Dank für die Informationen! Das ist spannend zu lesen! Weiter so!